HTWK-Partner Actemium will Nachwuchs für Technik begeistern

Drei Tage lang, vom 19. bis 21. Juni 2017, haben sich 42 Gymnasiasten aus Leipzig und Schkeuditz beim ersten Summer Camp der Unternehmensgruppe Actemium an moderner Technik erprobt. Mit großem Eifer verliehen sie ihren Projektarbeiten den letzten Schliff: Alle von den Nachwuchstalenten hergestellten Roboter, Maschinen und Netzwerke wurden am Nachmittag des 21. Juni präsentiert. „Ich bin absolut begeistert davon, wie schnell die Schülerinnen und Schüler gelernt haben“, resümierte Actemium-Geschäftsführer Gerald Taraba. „Vom ersten Tag an waren sie auf einem viel schnelleren Weg als gedacht.“

Schüler und Schülerinnen beim Actemium Summercamp

Die HTWK Leipzig und Actemium, internationaler Dienstleister für Elektro- und Automatisierungstechnik, sind seit vielen Jahren Partner. Als HTWK-Alumnus – 1996 schloss er sein Studium der Automatisierungstechnik ab – ist Gerald Taraba mit der Hochschule stets in Verbindung geblieben. Heute ist er zweiter Vorsitzender des HTWK-Fördervereins.

Das Summercamp hat er gemeinsam mit dem Prorektor Forschung der HTWK Leipzig, Markus Krabbes organisiert. Er betont: „ Um interessierten Schülerinnen und Schülern ein Angebot zu machen, damit sie ihrer Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik schon lange vor Beginn eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums nachgehen können, haben wir bereits in den Jahren zuvor gemeinsame Technikexkursionen ins Hugo-Junkers-Museum Dessau bzw. zu den Stadtwerken Bitterfeld-Wolfen gestaltet. Dieses neue Angebot  des Summercamps soll nun noch tiefer in die Welt von Elektrotechnik, Engineering und IT eintauchen und zeugt ebenfalls von der gemeinsamen Nachwuchsarbeit mit unserem Partnerunternehmen, das diese Initiative auf die Beine stellt.“

Auf insgesamt sieben Projekte wurden die Schülerinnen und Schüler am ersten Tag des Camps verteilt, jeweils begleitet von Mentoren. Dabei waren auch Studierende der HTWK Leipzig im Einsatz: Im „Roberta“-Schnupperkurs unterstützte Bachelor-Studentin Marie Herrmann (10. Semester Informatik) ihre Schützlinge; das Projekt „Energieautarke Sensorik“ begleiteten Christian Wolter (4. Semester MA Maschinenbau) und Patrick Schönfeld (4. Semester BA Umwelttechnik).

Gymnasiasten arbeiten am Projekt „Roberta“

Die Initiative „Roberta“ führt Schülerinnen und Schüler ab 10 Jahre in die Welt der mobilen Roboter ein. Deutschlandweit bieten speziell ausgebildete Coaches ein Schulungsprogramm an, das insbesondere Mädchen für Naturwissenschaft, Technik und Mathematik begeistern soll. Voraussichtlich im September 2017 wird an der HTWK Leipzig das erste Roberta®RegioZentrum Sachsens eröffnet. Neben Robotik-Schnupperkursen und Roberta-Kursleiter-Schulungen begleitet das Zentrum Robotik-Aktionen an Partnerschulen und hält Angebote für Projekttage bereit.

Tüfteln an energieautarker Messtechnik

An energieautarker Messtechnik forschen Studenten und Professoren der HTWK Leipzig gemeinsam mit Schülern des Wilhelm-Ostwald-Gymnasiums Leipzig bereits seit März 2016 im Rahmen des Programms „Our Common Future“, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Ende Januar 2017 präsentierten sie „PiCycle“, einen Mini-Computer fürs Fahrrad, der Messdaten in Echtzeit auf einer Website visualisiert.

„Mich hat  besonders beeindruckt, dass unsere Schülerinnen sich nach anfänglicher Skepsis toll in das Thema eingearbeitet haben“, erklärte Patrick Schönfeld. Die Achtklässlerinnen des Leipziger Immanuel-Kant-Gymnasiums haben mit energieautarker Sensorik nun einen Joystick programmiert und stehen ihren drei Mitschülern in nichts nach. „Die Arbeit ist zwar kompliziert aber wirklich interessant – interessanter als in der Schule“, meinte Charlotte.

Das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern spielte für Gerald Taraba beim Summer Camp eine wichtige Rolle. „Wir möchten die Technikbegeisterung der Schülerinnen und Schüler wecken, damit sie – insbesondere die Mädchen – ermutigt werden, naturwissenschaftliche Studiengänge und Berufe anzustreben.“ Beim Actemium Summer Camp betrug der Schülerinnenanteil immerhin fast 50 Prozent.

Achtklässlerin Katharina vom Immanuel-Kant-Gymnasium könnte sich jedenfalls ein Praktikum bei einem Arbeitgeber wie Actemium vorstellen. Als einziges Mädchen im Roberta-Schnupperkurs hat sie im Alleingang einen Roboter gebaut und programmiert. „Die Roboter sollen auf einer vorgegebenen Strecke einen Gymnastikball transportieren“, erklärte Mentorin Marie. „So etwas habe ich noch nie gemacht; die Programmierung war ganz schön knifflig“, meinte Katharina.

Wildwasserrafting als Ausgleich

Neben der Arbeit kam aber auch der Spaß beim Summer Camp nicht zu kurz: Besonders das Wildwasserrafting am Montagnachmittag hat es den Schülern angetan.
Am letzten Tag waren dann auch die Eltern zur Ergebnispräsentation eingeladen und staunten, was ihre Kinder in nur drei Tagen erarbeitet haben.

Text: Larissa Kreisel
Fotos: Actemium