Monica Rossi, Professorin für „Konstruktives Entwerfen, Energieeffizientes Bauen“ an der Fakultät Bauwesen, über ihren Weg an die HTWK Leipzig

Prof. Monica Rossi

An der HTWK bin ich erst seit Januar 2015. Bevor ich hier anfing, hatte ich die Möglichkeit, viele interessante Arbeitserfahrungen an verschiedenen Orten und in verschiedenen Ländern zu sammeln.

Geboren bin ich in Belvedere Marittimo, Kalabrien, Italien. Wie der Name schon sagt liegt das direkt am Meer. Aufgewachsen bin ich aber in Ascoli Piceno, einer sehr schönen kleinen Stadt in der Region Marken, die sogar noch vor Rom gegründet wurde und eine charmante mittelalterliche Altstadt hat. Eine Besonderheit von Ascoli ist auch, dass es sowohl in der Nähe des Meeres als auch der Berge liegt und man mit Blick aufs Meer Skifahren kann.
Vergangenes Jahr im Oktober bin ich gemeinsam mit zehn HTWK Studenten für einen Entwurfsworkshop dorthin gefahren, und dieses Jahr im September werden die Studenten aus Ascoli, zusammen mit Studenten aus Aachen, für einen Workshop mit unseren Studenten nach Leipzig kommen. Ich stehe also immer noch in enger Verbindung mit meiner Heimat, auch, weil meine Eltern dort leben.

Die Piazza del Popolo in Ascoli Piceno

An der Università degli Studi di Camerino in Ascoli habe ich auch studiert. Während meines Architektur-Studiums im Rahmen des ERASMUS-Programms habe ich ein Semester an der FH Frankfurt/Main studiert. Später war ich außerdem im Rahmen des LEONARDO-Programms ein Semester in Wien in einem Architekturbüro tätig.
Reisen, neue Orte entdecken, neue Leute kennenlernen, arbeiten und studieren im Ausland – das hat mir so gut gefallen, dass ich seither im Arbeits- sowie im Privatleben immer wieder Auslandserfahrungen angenommen – oder besser: gesucht – habe.

Nach dem Studium habe ich ein dreiviertel Jahr im Rahmen eines Stipendiums an der TU München als Gastforscherin am Thema „Reacting skin“ (adaptive Gebäudehülle) am Lehrstuhl von Prof. Thomas Herzog gearbeitet. Danach habe ich an der Università degli Studi di Napoli „Federico II“ zum Thema „Innovative Produkte und Gebäudehüllensysteme für den Entwurf energieeffizienter Gebäude. Vorgehen, Simulationen und Entwurfskriterien für eine Anwendung in Südeuropa“ promoviert. Neapel, obwohl sehr chaotisch, ist eine sehr schöne und lebendige Stadt. Während meiner Promotion habe ich in München ein Praktikum in der Redaktion der Architekturzeitschrift „Detail“ gemacht und wieder an der TU München, dieses Mal bei Prof. Gerhard Hausladen, einen Teil meiner Promotionsarbeit vertieft.

Nach der Promotion, im Jahr 2009, bin ich als Assistant Professor an die Universität in Ascoli, wo ich studiert habe, berufen worden. Zurück zu sein in dieser vertrauten Umgebung war sehr schön, und mit meinen ehemaligen Professoren als Kollegen zu arbeiten hat Spaß gemacht.
In dieser Zeit hatte ich erneut die Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln: 2011 habe ich ein Vierteljahr als Gastdozentin an der CalPoly in San Luis Obispo, Kalifornien, verbracht. In der Zeit durfte ich mehrere Entwurfsarbeit betreuen, mit den Studenten eine Mikroarchitektur entwerfen und im Maßstab 1:1 für den Open Day der Uni bauen. Mit den Studenten gemeinsam etwas bauen, Probleme zusammen lösen um rechtzeitig fertig zu sein, sich nicht nur mit der Theorie, sondern mit praktischer Arbeit zu beschäftigen, hat mir besonders viel Spaß gemacht. Ich versuche daher, solche praktischen Angebote auch an der HTWK einzuführen.
Im Moment beispielsweise arbeite ich zusammen mit meinem Kollegen Prof. Alexander Stahr von der Fakultät Architektur und Sozialwissenschaften an einem solchen Workshop mit dem Namen „ParaKnot-3D“, in dem Studierende der Architektur und des Bauwesens einen innovativen Stand der HTWK Leipzig für die nächsten „Designers´ Open“ im Oktober 2017 in Leipzig entwerfen und bauen.

Studenten der CalPoly in San Luis Obispo, Kalifornien entwerfen eine Mikroarchitektur für den Open Day ihrer Uni

In dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit, meine Forschungsarbeiten auf verschiedenen Konferenzen, z.B. in Quebec City, Amman, Bologna, München, Los Angeles und anderen vorzustellen. Das waren immer sehr schöne Erlebnisse, neue Länder, neue Kulturen, andere Arbeitsansätze und -methoden kennenzulernen und manchmal auch lustige Erfahrungen zu machen: In Los Angeles zum Beispiel fand die Konferenz in dem Hotel statt, wo der Hollywood-Film „Ghostbusters“ gedreht wurde. In Amman, wo ich den Best-Paper Award bekommen habe, sollten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erst gemeinsam beten, bevor die Konferenz anfing.

 

Nach so langer Zeit des Reisens und Suchens bin ich nun beruflich an der HTWK Leipzig angekommen, wo ich hoffe, lange zu bleiben.

Text und Fotos: Monica Rossi

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